In unserer schnelllebigen Zeit wird es immer wichtiger, Oasen der Ruhe zu finden. Besonders Blumen und Pflanzen können hier zu unserem Wohlbefinden beitragen.
Ob Zuhause, oder am Arbeitsplatz. Blumen und Pflanzen steigern unsere Stimmung.

Pflanzen im Raum
Der Begriff "Zimmerpflanzen" umfasst ein riesiges Pflanzensortiment aus aller Herren Länder - all das, was wir in unseren Räumen kultivieren können - von Fingerhutgröße bis zum Baum, vom wuchernden Bodendecker bis zur kostbaren Orchidee. Pflanzen werden um ihrer Schönheit oder Eigenart willen gesammelt oder als Dekoration und zur Repräsentation verwendet, aber auch deshalb angeschafft, um sich im engsten Lebensbereich mit einem Stückchen Natur zu umgeben. Für die meisten Menschen wird der Umgang mit ihren Pflanzen zur Liebhaberei, und die Freude daran wächst mit dem Erfolg bei steigender Kenntnis der pflanzlichen Ansprüche.
Es gibt zwar bestimmte Regeln für die Pflege der Zimmerpflanzen, sie ergeben sich aus ihrem Wachstumsrhythmus und den Naturgesetzen - aber vor Beginn aller Massnahmen muss immer das Beobachten stehen. Mit ein wenig Einfühlungsvermögen lassen sich jedoch die Reaktionen der Pflanzen auf ihre Umwelt ablesen: Fühlen sie sich wohl, dann haben sie frische Farben, sind straff und wachsen oder blühen, wie es ihrer individuellen Veranlagung entspricht. Sind sie mit Standort und Pflege aber nicht einverstanden, dann werden sie fahl und schlaff, das Wachstum stockt, ihr äusseres Erscheinungsbild wird untypisch und Krankheiten befallen die Pflanzen.
Die Wachstumsfaktoren Licht, Luft, Wärme, Wasser und Nährstoffe müssen, entsprechend der Jahreszeit und dem Bedarf der Pflanze, in ausgewogenem Verhältnis stehen, damit ein gutes Gedeihen möglich ist.

Je nach Herkunft haben unsere Zimmerpflanzen allerdings die verschiedensten Ansprüche, und das macht den Umgang mit ihnen so schwer. Oft hat man die Auswahl nicht selbst in der Hand, aber nach Möglickeit sollte man versuchen, sie in Gruppen zusammenzufassen; das kommt den Pflanzen, aber auch dem zugute, der mit ihrer Pflege beschäftigt ist: Entweder bleiben die Gefässe nach Bedarf mobil und werden so einander zugeordnet, dass Gewächse mit ähnlichen Ansprüchen eine Gemeinschaft bilden - sei es in Form einzelner Töpfe an der Fensterbank oder zur Verbesserung des Kleinklimas in Schalen oder Wannen eingesenkt - oder aber man arrangiert die Pflanzen von Anfang an als dauerhafte Gruppe, wie in Terrarien oder Blumenfenstern möglich. Als Idealfall für die Pflanzen erweisen sich festinstallierte Räume - beispielsweise Vitrinen oder geschlossene Blumenfenster (auch Flaschengärten) -, in denen sich das Klima entsprechend den Bedürfnissen der gewählten Pflanzengesellschaft steuern lässt.
Der richtige Standort und die daran angepasste Pflege sind immer wieder die wichtigsten Voraussetzungen für ein optimales Pflanzenwachstum. Daneben spielen jedoch auch Schönheit und Dekoration eine wichtige Rolle. Einzelne Pflanzen können möglicherweise durch passende Gefässe aufgewertet werden, oder mehrere Pflanzen können sich gegenseitig in ihrer Wirkung steigern. Dabei sollte innerhalb einer Gruppierung verschiedener Gewächse auf Höhenstaffelung, unterschiedliche Blattformen und -farben, hängenden und aufrechten Wuchscharakter geachtet werden. Man kann kaum allgemein gültige Ratschläge geben, nur den Hinweis, darauf zu achten. Es ist wichtig, beides, Schönheit und Pflegeanspruch, miteinander zu verbinden.
Gerade beim Thema Schalenpflanzung lassen sich gute und schlechte Beispiele beobachten. Vergemeinschaftungen, nur nach gestalterischen Gesichtspunkten, sind kaum über längere Zeit lebensfähig. Wenn beispielsweise Azaleen, die einen luftigen, kühlen Standort vorziehen, mit wärmeliebenden Usambaraveilchen zusammengepflanzt sind, oder sonnenhungrige Sukkulenten mit Halbschatten liebenden Blattpflanzen, dann kann diese Zusammenstellung nur kurze Zeit ihre Schönheit bewahren. Gute Anschauungsbeispiele für langlebige Pflanzengemeinschaften bieten heute oftmals die Hydrokulturgefässe.

Das Thema Pflanze im Raum reicht also von der Blütenpflanze im Porzellantopf über den Kletterphilodendron an der Wand und den Blumenständer aus Großmutters Zeiten bis zum modernen Hydrogefäss oder der Pflanzenvitrine mit Innenbeleuchtung. Aber auch die Pflanzen selbst sind der Mode unterworfen. Die gärtnerischen Sortimente passen sich den jeweils veränderten Lebensbedingungen und Trends an. Doch jeder muss eigene Erfahrungen darüber sammeln, mit welchen Pflanzen er am besten zurechtkommt.

Es ist wohl möglich, alle Pflanzen über einen gewissen Zeitraum bei normaler Zimmertemperatur zu halten, doch ein optimales Gedeihen ist langfristig nur möglich, wenn ihre individuellen Ansprüche berücksichtigt werden. Pflanzen sind Lebewesen, die in wechselnder Umgebung mit unterschiedlichsten Bedingungen angesiedelt werden, darum kann man sie nicht nach einheitlichen Rezepten behandeln!

Alle gegebenen Angaben beziehen sich auf die wünschenswerten pflanzlichen Bedürfnisse, die tägliche Praxis sorgt von selbst für fliessende Übergänge!

 

Quelle:”Der Zimmerpflanzen-Ratgeber”von Herta Simon